Grundlegendes zur Diskushälterung
Die Diskushaltung ist nicht kompliziert und nicht schwierig. Der Diskus benötigt lediglich etwas mehr Aufmerksamkeit und Hingabe als die meisten andere Süsswasser-Fische. Beachtet man gewisse Regeln und hält bestimmte Richtlinien ein, so bedankt sich der Diskus mit einem gesunden und langem Leben und zeigt sich von seiner farbenfrohesten Seite.
Aquariengrösse für den Diskus
Bereits beim Kauf des Aquariums sollte man sich darüber im Klaren sein, was und wieviel davon später da mal rein soll. Für den Diskus gibt es ein paar Kennzahlen, an denen man sich halten kann. Man rechnet pro Diskus zwischen 50 und 70 Liter, eine Mindestlänge des Aquariums von 120 cm und eine Mindestgruppenanzahl von 4-5 Tieren.
So ergibt sich bei einer Gruppenanzahl von 5 Tieren und 60 Litern pro Tier beispielsweise eine Beckengrösse von 120 x 50 x 50 cm. Dies setzt voraus, dass es bei dieser Gruppe bleibt und keine weiteren Tiere dazukommen. Allerdings sollte man daran denken, dass einem doch hin und wieder ein Tier gefällt, man sollte also die Beckengrösse entsprechend vorplanen.
Ein solches Becken hat meist ein 10mm Glasstärke. Wenn das Becken doch grösser sein sollte, z.B. 60cm tief und 60cm hoch, sollte eine 12mm Glasstärke bevorzugt werden. Ein erhöhter Wasserdruck belastet auch mehr die Aquarienscheiben. Zwar können 10mm im ersten Moment halten, aber falls dann doch mal ein Einrichtungsgegenstand gegen die Scheibe umfällt, kann es schnell passieren, dass das Glas reisst. Nach Murphys Gesetz passiert soetwas dann auch Nachts.
Beleuchtung
Bei Wildfängen: Bei der Beleuchtung sollte man sich wieder an die Herkunft des Diskus erinnern. Am Amazonas stehen viele grosse Bäume, die meist auch eine dichte und grosse Ast- und Blätterkrone tragen. Diese lassen nicht immer viel Licht durch. Dies bedeutet also, dass der Diskus die Helligkeit nicht gerne mag. Bei der Beleuchtung sollte man also darauf achten, dass diese nicht zu hell gewählt wird. Ein Problem bei falscher Beleuchtung ist ein zu rasches Algenwachstum. Hier sollte man die Beleuchtung nochmals überprüfen. Alternativ wird von vielen Aquarienbesitzern die Beleuchtung um die Mittagszeit für 1-3 Stunden ausgeschaltet oder gedimmt. Als Röhren haben sich meist Leuchtstoffröhren mit Rotanteil als vorteilhaft bewiesen, da sie nicht zu hell sind, die Rotfarben vom Diskus aber doch zur Geltung bringen.
Bei Nachzuchten: Nachzuchten kommen meist aus anderen Hälterungsbedingungen, als Wildfänge gewöhnt sind. Professionelle Aufzuchtfirmen haben eine längere Beleuchtungszeit, damit die Jungtiere am Tag mehr fressen und somit schneller gross werden. Die Leuchtintensität ist den gesamten Tag über gleich. Falls Sie Nachzucht-Diskus halten möchten, können Sie Ihr Aquarium auch etwas heller beleuchten – was allerdings den Algenwachstum fördern könnte. Nachzucht-Diskus sind meist helleres Licht gewöhnt.
Temperatur
Der Diskus ist kein Kaltwasserfisch, das Aquarium muss zusätzlich beheitzt werden. Hier bieten sich meist Aquarium-Stabheitzer an. Es sollte darauf geachtet werden, dass die Stabheitzer auch die benötigte Temperatur von min. 28 °C, besser 30°C ereichen. Manche Diskushalter halten ihre Diskus auch bei niedrigeren Temperaturen (26-27 °C), allerdings entspricht dies nicht dem Herkunftsgebiet.
Je höher die Temperatur ist, desto schneller arbeitet der Stoffwechsel. In manchen Situationen kann eine Wärmebehandlung nötig sein, z.B. bei Parasitbefall (dies wird im Bereich Krankheit separat behandelt). Falls in dem Becken nur Diskus gehalten werden und auch alle von dem Problem befallen sind, so kann die Wärmebehandlung im Hauptbecken vorgenommen werden, ansonsten empfiehlt sich nur die Quarantäne. Bei einer Behandlung im Hauptbecken sollte der Heitzer eine Temperatur von max. 35°C erreichen können. Die meisten Heitzer erreichen allerdings nur eine Temperatur von ca. 30 Grad.
Heitzerdimenson: Die Heitzerdimension sollte ausreichend kalkuliert werden. Im Normalfall eignen sich 2 kleiner dimensionierte Heitzer, die dann an beiden Enden des Aquariums angebracht werden, besser. Diese heitzen dann den Bereich, in den sie angebracht sind, auf und sind so sozusagen nur für ein halbes Aquarium zuständig. Die Wasserzirkulation verteilt so die Wärme gleichmässig im Aquarium. 2 kleinere Heitzer benötigen dann evtl. genau so viel Strom, wie ein grosser Heitzer - der dann allerdings die Temperatur nur in dem Bereich hält, in dem er angebracht wurde – die andere Seite des Aquariums ist dann meist ca. 1-2 Grad kühler.
Filterung
Bei der Filterung gibt es grundsätzlich 2 verschiedene Methoden, die biologische Filterung und die mechanische Filterung.
Biologische Filterung: Die biologische Filterung ist im Normalfall wartungsarm oder gar wartungsfrei. Hier werden Schadstoffe im Aquariumwasser durch Filterbakterien abgebaut oder in unschädliche Stoffe umgewandelt. Der wohl bekannteste und am meisten eingesetzte biologische Filter ist der HMF-Filter (Hamburger Matten Filter). Hierbei wird in eine Ecke oder ganze Seite eine Filterschwamm-Matte eingesetzt. Dahinter kommt eine kleine Pumpe, die das Wasser aus dem Bereich hinter der Matte nach aussen pumpt. So entsteht ein Wasserfluss durch die Matte. Der Clou an diesem Filter ist, dass sich in der Matte die Filterbakterien bilden, die das durchströmende Wasser reinigen und die Schadstoffe abbauen. Vorteil ist, dass diese Art von Filter nahezu wartungsarm und preislich sehr billig ist. Die Filtermatte kostet je nach Stärke ca. 10€, eine kleine Wasserpumpe um die 20€. Mit diesen Teilen hat man billig einen weit in der Diskushaltung verbreiteten biologischen Filter. Nachteil ist, dass dieser Filter meist direkt im Becken angebracht wird und somit Schwimmraum und Platz wegnimmt. Auch muss dieser Filter meist versteckt werden, damit er das Gesamtbild des Aquariums nicht ruiniert (hier empfiehlt sich das Anbringen des Filters in eine hintere Ecke und das tarnen durch das befplanzen des Bereiches vor dem Filter mit hochwachsenden Pflanzen). ACHTUNG: Alle biologischen Filter filtern durch Bakterien. Ein ständiges Reinigen des Filters zerstört diese Bakterien. Der HMF sollte sehr selten bis nie gereinigt werden. Mulm und Rückstände müssen im Zuge des Wasserwechsels aus dem Aquarium separat abgesaugt werden.
Mechanische Filterung: Die mechanische Filterung arbeitet nach dem Prinzip des Wasserdurchlaufes durch mehrere Filterschichten. Diese Filterschichten halten dann Schwebeteile und Mulm in den Filtermedien zurück. Hier werden meist Topf-Aussenfilter eingesetzt, die das Wasser mittels eine Zulaufschlauches ansaugen, durch den Filter-Topf leiten und durch einen Ablaufschlauch wieder zurück ins Becken befördern. Diese Art von Filter arbeiten nur bedingt biologisch, die meisten Topffilter besitzen eine Kammer, in denen Tonröhrchen untergeracht sind, auf dem sich Filterbakterien ansiedeln können. So wird auch hier das Wasser von Schadstoffen in gewissem Umfang befreit. Der mechanische Filter ist meist wesentlich stärker und wälzt das Aquarium in der Stunde 2 bis 3 mal komplett um (d.h. das Wasservolumen durchläuft den Filter in der Stunde 2 bis 3 mal). Die Hauptaufgabe des mechanischen Filters liegt allerdings mehr darin, das Wasser von Schwebeteilchen zu befreien, das Wasser in bewegung zu halten und somit Mulmablagerungen auf dem Boden aufzuwirbeln und abzusaugen. Somit lagert sich mit der Zeit im Topffilter immer mehr Dreck an, so dass dieser von Zeit zu Zeit gereinigt werden muss. Hierbei sollte man aber ein paar Kleinigkeiten beachten. Die Reinigung sollte im Zuge eines Wasserwechsels erfolgen, bei dem ein Teil des abgesaugten Aquariumwassers als Aufbewahrungsstelle der Filtermedien herhallten sollte. Die Reinigung der Filtermedien sollte am besten auch mit Aquariumwasser oder mit temperierten Leitungswasser vorgenommen werden. Dadurch sterben nicht all zu viele Filterbakterien ab. Vorteil ist die ständige Wasserbewegung und das damit mögliche Aufwirbeln der Mulmablagerungen, die dann im Topffilter landen und somit leicht gereinigt werden können. Aus dem Aquarium muss also nicht so oft Wasser mit Mulmrückständen abgesaugt werden, das Wasser bleibt länger klar und sauber. Nachteil ist meist der hohe Anschaffungswert von 100€ und mehr. Weiterhin verändert die verkürzten Reinigungsintervalle des Filters das Wasser, es können sich nicht so viele Filterbakterien bilden.
Beide Filtermethoden kombiniert, z.B. in einem separaten Filterbecken stellt meist eine optimale Filterung dar. Zunächst wird das Wasser mechanisch von Schwebeteilchen gereinigt. Danach durchläuft das Wasser eine dicke Schicht Filterschwämme, in denen sich die Filterbakterien angesiedelt haben. Dort wird es dann effektiv von Schadstoffen befreit. Hier muss nur der mechanische Filterteil in regelmässigen Abständen gereinigt werden.
Aquarieneinrichtung
Bei der Einrichtung kann man seine Phantasie spielen lassen. Viele Aquarianer bevorzugen allerdings doch eine recht spartanische Aquarieneinrichtung, aus mehreren Gründen. Wenige Einrichtung bedeutet auch, dass weniger Gegenstände irgendwelche Fremdstoffe oder Krankheiten einschleppen. Je mehr Gegenstände im Aquarium sind, desto grösser ist die Gefahr, dass irgendein Einrichtungsgegenstand nicht sauber von Bakterien ist und sich der Diskus daran ansteckt. Meist hilft dann nur das abkochen des Gegenstandes. Ausserdem hilft es, den Diskus etwas zu zähmen, wenn man ihm nicht so viele Versteckmöglichkeiten lässt. Somit gewöhnt er sich schneller an seine Umgebung und die Bewegungen vor dem Aquarium.
Der Diskus kommt aus dem Amazonasgebiet. Als Bodengrund kann Sand oder feiner Kies gewählt werden, als Pflanzen sollten robuste Pflanzen, wie z.B. Anubias gewählt werden, die auch ca. 30 Grad vertragen können und wachsen. Wurzen runden dann die Einrichtung ab. Die Wurzeln können so aufgestellt werden, dass sie den Diskus als Unterstand dienen, das sieht optisch meist recht gut aus. Beim Wurzelkauf sollte darauf geachtet werden, dass sie keine Schadstoffe mehr ans Wasser abgeben – am besten sind immer Moorkienwurzeln.
Einlaufphase
Unter Einlaufen versteht man die erste Zeit, in der das Aquarium zu einem eingenständigen Biotop wird. Hierbei werden nützliche Bakterien gebildet, die Schadstoffe im Wasser abbauen können. Das Aquarium sollte mit sämtlichen Funktionen gefahren werden, d.h. der Filter sollte laufen, der Heitzer auf der gewünschten Temperatur eingestellt sein und das Licht sollte mindestens 4 Stunden am Tag brennen. So bilden sich dann nach und nach die entsprechenden Organismen, die auch im späteren Betrieb existieren werden. Um den Wachstum der Filterbakterien etwas zu beschleunigen gibt es sogenannte “Filterstarter”. Diese werden in den Filter gegeben und fangen dort an, sich zu vermehren. Hin und wieder kann man etwas Futter ins Becken geben, so dass die gebildeten Bakterien auch etwas zum Abbauen haben. So hat man nach ca. 1-2 Wochen ein funktionierendes System, in die die Diskus einziehen können.
Während des Einlaufen sollte in regelmäßigen Abständen die Wasserwerte getestet werden. Interessant sind hierbei der PH-Wert, KH und GH Werte sowie die Nitrit und Nitrat-Werte. Im Durchschnitt sollten die Werte bei PH:5-7 liegen, der KH sollte bei ca. 1-3, der GH bei ca. 4, Nitrat sollte unter 0,1mg liegen und der Nitratwert sollte nicht nachweisbar sein.
Letzterer Wert, der Nitrit-Wert wird innerhalb der Einlaufphase ansteigen. Dies ist ein normaler und natürlicher Vorgang, der einem keinen Schrecken verpassen sollte. Dadurch, dass im Filter zu Beginn nicht genügend Bakterien zum Schadstoff-Abbau vorhanden sind, wird dieser zunächst dominieren. Die Bakterien werden sich allerdings bald soweit vermehrt haben, dass diese die Schadstoffe erfolgreich abbauen können und diese auch eingedämmt behalten.

08.01.2009 um 14:15 Uhr
Hallo
Ihre Seite ist nicht die erste, mit vielen guten Tips zur Artgerechten haltung von meinen geliebten Diskus´sen, die ich im Internet gefunden habe.Jedoch sind hier wirklich viele gute Tips, die meinen Fischen das leben noch ein stück verschönern werden.
Ich besitze nun seid einigen Monaten ein Aquarium mit 800 Litern, und nach anfänglichen Problemen stehen meine Fische in prachtvollen Farben, und fühlen sich offensichtlich sehr wohl!
Das einzige Problem/ Die einzige schwierigkeit die ich mir am Anfang selbst gestellt hatte war, dass ich ein “offenes” Aquarium besitze, und das so die temperatur des Wassers nicht meinen Wünschen entsprach. Der Wärmeverlust war einfach zu groß- was nicht nur eine unkonstante Temperatur zur folge hatte -Die Heizung meines Aquariums sprang minütlich an.
Nun habe ich eine Plexiglas scheibe als Abdeckung auf mein Aquarium gelegt, das Licht kann ( hoffentlich ungehindert seine volle Wirkung entfalten, der Verlust von Wasser ( Kondensation) ist gesunken, und die Temperatur erreichte nun die gewünschten Bereiche. Nun stelle ich ihnen die Frage: Hat die von mir genutzte Scheibe eine Auswirkung auf den “Grad” des Lichtes!? Wird dadurch vielleicht ein gewisses Spektrum gefiltert ?
Es wäre schade wenn meine teure Natriumdampflampe “gedrosselt” würde…
Über eine Antwort würde ich mich wirklich sehr freuen, denn in/auf anderen Foren/Seiten habe ich keine explizieten Antworten gefunden.
MFG, Chris
16.04.2009 um 22:21 Uhr
Danke für den ausführlichen artikel herzliches danke hat mir sehr erleichtert mit dem discus halten an zu fangen…. danke
05.03.2010 um 23:18 Uhr
Hallo, ich habe eure Beiträge gelesen. Habe selber Diskusfische. Habe mit Wurzeln die besten Erfahrungen gemacht, indem ich sie nach dem Kauf 4 Tage in schwarzem Tee eingelegt habe (Bio). Der Tee gibt Humin-und Gerbstoffe ab, die den Diskus und auch den Welsen gut tut.Damit wird auch Algenbildung auf den Wurzeln verhindert. LG Goldie